„Wir haben genug von diesem Krieg, der nicht unserer ist“

Foto: Corporación Ensayos.

Vor zehn Jahren trat das Friedensabkommen zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung in Kraft. Frieden ist seither trotzdem nicht eingekehrt. Es gibt weiterhin bewaffnete Auseinandersetzungen, und auch die Rekrutierung von Minderjährigen und die Ermordung sozialer Führungspersönlichkeiten bleibt traurige Alltäglichkeit.

von Berta Camprubí Pàmies und npla / Mai 2026

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Mit den Strategien des Lebens gegen den Plan des Todes

Die Situation und die Kämpfe der indigenen Gemeinden im Cauca

Ritual beim 4. Kongress der ACIN (3), Mai 2025, López Adentro. Foto: Cesar Galarza.

Die indigenen Gemeinden im →Departement Cauca sind heute mit verschiedenen Konflikten und Herausforderungen konfrontiert: eine neue Invasion durch →bewaffnete Gruppen, wirtschaftliche Ausbeutung, Drogenwirtschaft, Zwangsrekrutierung von Jugendlichen, Morde an denen, die sich für die Gemeinde einsetzen. Der Artikel analysiert die aktuelle Situation aus Sicht der Gemeinden und stellt ihre Gegenstrategien vor.

von Dora Estella Muñoz Atillo / Dezember 2025

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Wo Gemeinschaft schützt

Ordnung ohne Waffen: Indigene in Kolumbien und ihr Leben im Ausnahmezustand

Trueque – Tauschmarkt in der überdachten Markthalle von Rioblanco, einem kleinen Bergdorf am Fuße des Vulkans Sotará im Südwesten Kolumbiens. Foto: Sara Meyer.

von Sara Meyer / Juli 2025

In den frühen Morgenstunden liegt ein feiner Nebel über Rioblanco, einem kleinen Bergdorf am Fuße des Vulkans Sotará im Südwesten Kolumbiens. Hier, in den Anden auf 2900 Metern, weht es scharf und kalt; die indigenen Dorfbewohner tragen selbst gewebte graue Ponchos aus Schafwolle und gestrickte Mützen mit Ohrenklappen, die Männer oft gefilzte schwarze Zylinder.

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Schwerer Angriff auf das Indigene Selbstverwaltungsgebiet Toribío

Foto: ACIN.

Am 16. März 2024 wurde bei einem Angriff im Indigenen Selbstverwaltungsgebiet Toribío die 52-jährige Carmelina Yule Paví von Mitgliedern der bewaffneten Gruppe Columna Dagoberto Ramos erschossen. Rodrigo UI Musicué und Edgar Tumiñá wurden durch Schüsse verletzt.

von Kaffeekollektiv Aroma Zapatista / März 2024

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„Wir werden vor der Gewalt nicht kapitulieren“

Neue Angriffe auf die indigene Selbstverwaltung im Südwesten Kolumbiens

Das Wandgemälde in der Schule von Tacueyó, Cauca, erinnert an die Gemeinderätin Cristina Taquinas und die vier Guardias Indígenas / Kiwe Thegnas, die bei einem Angriff am 29.10.2019 von der Kolonne Dagoberto Ramos ermordet. Foto: Eliseth Peña.

Die indigene Bewegung des Departamento Cauca – organisiert im Indigenen Regionalrat CRIC –gilt als eine der stärksten Bewegungen Kolumbiens. Ihr Kern sind die 94 Reguardos Indígenas, indigene Selbstverwaltungsgebiete, deren Autonomierechte sie in jahrzehntelangen Kämpfen erstritt. Lange lebten die indigenen Gemeinden inmitten des bewaffneten Konflikts zwischen Guerillas, Paramilitärs und Staat, in dem alle Partei ihre Rechte missachteten. Seit dem Friedensschluss zwischen FARC-Guerilla und Regierung 2016 hat sich der Konflikt verwandelt. Er ist heute symbiotisch mit der Drogenwirtschaft verbunden. Verschiedenen bewaffneten Gruppen kämpfen untereinander um Gebietskontrolle und gegen die Selbstverwaltung (1). Dutzende indigene AmtsträgerInnen wurden ermordet.

Besonders deutlich zeigt sich der neuartige Konflikt und die Herausforderungen für die Bewegung in deren Hochburgen im Norden des Cauca. Im Resguardo Indígena von Tacueyó, das mit 16.000 EinwohnerInnen und 40 km² eines der größten und auch ältesten Selbstverwaltungsgebiet ist, kam es am 29.10.2019 zum bisher schwersten Angriff auf die indigene Autonomie.

Über die Bedrohungslage und die Reaktion der Bewegung sprachen wir mit Nora Taquinas, eine der sechs GemeinderätInnen von Tacueyó, und Arbei Noscue, Koordinator der Guardia Indígena des Selbstverwaltungsgebiets. Die Guardia Indígena, in der indigenen Sprache Nasa Yuwe auch als Kiwe Thegnas bezeichnet, ist ein kollektiver, selbstorganisierter Schutzmechanismus der indigenen Gemeinden des Cauca (2).

Martin Mäusezahl und Eliseth Peña / März 2021

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Kaffee oder Koka?

Selbstbestimmtes Wirtschaften als Alternative zur Drogen- und Gewaltökonomie

Beim Austausch mit den Kaffeebäuer*innen des indigenen Selbstverwaltungsgebietes von Chimborazo wird deutlich, dass die Preise für Kaffee unter den Produktionskosten liegen. – Foto: Eliseth Peña

Die indigene Bewegung des Cauca im Südwesten Kolumbiens hat viel erreicht (siehe Infobox unten). Aktuell werden einige der von der Bewegung erkämpften Selbstverwaltungsgebiete jedoch von einer tödlichen Kombination aus ökonomischer Marginalisierung, Drogenwirtschaft und bewaffneten Gruppierungen bedroht. Vom Staat im Stich gelassen, arbeiten die Gemeinden an selbstbestimmten Alternativen.

Eliseth Peña, Martin Mäusezahl / Juni 2020

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