Mutter Erde befreien

Für das Leben und die Freiheit aller Lebewesen

Eine Befreierin der Mutter Erde schneidet das monokulturell angebaute Zuckerrohr, um anschließend Lebensmittel anzubauen, 2015. Foto: Tejido de Comunicación ACIN.

Der Kampf um die Rückgewinnung des ihnen geraubten Landes war ein zentraler Motor für die Organisierung der indigenen Gemeinden im Departement Cauca. Unter dem Motto der Befreiung von Mutter Erde gaben die Nasa im Norden des Cauca diesem Kampf seit 205 einen neuen Impuls, der weit über die Wiedergewinnung von Land hinausgeht. Er richtet sich gegen die Versklavung der Natur, gegen die eigene Unfreiheit und steht für ein grundlegend anderes Verhältnis zur Natur. Für diesen Kampf müssen die Gemeinden jedoch einen hohen Preis zahlen.

von Dora Estella Muñoz Atillo / Dezember 2025

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Territoriale Hoheitsrechte in Umwelt- und Wirtschaftsfragen

Kurzinfo

Gemeindeladen im Selbstverwaltungsgebiet San Francisco. Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

von Eliseth Libertad Peña Quistial und Martin Mäusezahl / Dezember 2025

Die im CRIC organisierten Gemeinden entwickelten zu Beginn der 2000er-Jahre das Rechtskonzept der territorialen Hoheitsrechte in Umwelt- und Wirtschaftsfragen (Autoridad Territorial Económica y Ambiental, ATEA). Den Anspruch, dass die Gemeinden autonom verbindliche Regelungen in ihren Territorios setzen können, begründeten sie einerseits mit dem Derecho Mayor, einem der kolonialen und nationalstaatlichen Rechtssetzung vorgängigen höheren Recht, das sie als bereits vorher etablierte Gesellschaften innehätten. Andererseits lassen sich diese Hoheitsrechte auch aus internationalen Verträgen wie der ILO-Konvention 169 sowie aus der kolumbianischen Verfassung ableiten.

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Wir sind Träumer*innen

Der Aufbau einer selbstbestimmten, gemeindebasierten Wirtschaft

Ana Berta Finscue (links) und Carmensa Cuchillo (rechts) vom Gemeindeunternehmen Truchas Juan Tama im Selbstverwaltungsgebiet Tacueyó. Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista.

Neben der Rückgewinnung und Vergesell­schaftung von Land stärken die indigenen Gemeinden des →Departements Cauca seit vielen Jahren gemeindebasierte Wirtschaftsstrukturen. Nun hat der →CRIC beschlossen, in den kommenden 50 Jahren den Fokus seiner Anstrengungen auf die Stärkung einer selbstbestimmten Wirtschaft zu legen. Damit sollen Auswege für zwei zentrale Probleme der Gemeinden geschaffen werden: die stark benachteiligte Position innerhalb kolonial-kapitalistischer Strukturen und die Ausbreitung von Drogenwirtschaft und →bewaffneten Gruppen.

von Martin Mäusezahl und Eliseth Libertad Peña Quistial / Dezember 2025

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Indigener Aufbruch in Kolumbien

Menschen warten vor dem Supermarkt der indigenen Kooperative CENCOIC in Piendamo, Cauca. Foto: Knut Henkel.

Rechtsanwälte der Organisation Akubadaura kämpfen für die Rechte der indigenen Völker in Kolumbien und schaffen so Aufmerksamkeit für deren Anliegen, während die indigene Kooperative CENCOIC die wirtschaftliche Selbstbestimmung der indigenen Gemeinden stärkt.

von Knut Henkel / August 2023

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Kaffee oder Koka?

Selbstbestimmtes Wirtschaften als Alternative zur Drogen- und Gewaltökonomie

Beim Austausch mit den Kaffeebäuer*innen des indigenen Selbstverwaltungsgebietes von Chimborazo wird deutlich, dass die Preise für Kaffee unter den Produktionskosten liegen. – Foto: Eliseth Peña

Die indigene Bewegung des Cauca im Südwesten Kolumbiens hat viel erreicht (siehe Infobox unten). Aktuell werden einige der von der Bewegung erkämpften Selbstverwaltungsgebiete jedoch von einer tödlichen Kombination aus ökonomischer Marginalisierung, Drogenwirtschaft und bewaffneten Gruppierungen bedroht. Vom Staat im Stich gelassen, arbeiten die Gemeinden an selbstbestimmten Alternativen.

Eliseth Peña, Martin Mäusezahl / Juni 2020

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»Wir warten nicht auf unsere Ehemänner«

Kaffeeanbau und Emanzipation im Cauca/Kolumbien

Die Kaffeebäuerin Aurora Campo ist Teil der Kooperative CENCOIC. Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

Die Situation der Frauen innerhalb der indigenen Bewegung der Provinz Cauca im Südwesten Kolumbiens ist im Umbruch: Es fehlt noch einiges zu wirklicher Gleichberechtigung. Gleichzeitig haben die Frauen befreiende Prozesse in Gang gesetzt. Das zeigt sich auch in der CENCOIC, der zentralen Kaffeekooperative der Bewegung.

von Martin Mäusezahl / Januar 2020

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Fluch des Reichtums

Zuckerrohr-Fabrik im Cauca – Foto: Jochen Schüller

von Jochen Schüller / Januar 2019

Das Land im Cauca ist nicht nur fruchtbar, sondern auch reich an Bodenschätzen. Daher drehen sich die meisten Konflikte in der Region um Land und Rohstoffe. Großgrundbesitz und Agro-Industrie haben sich die fruchtbaren Ebenen des Cauca-Tals angeeignet. Nationale und internationale Rohstoffkonzerne wollen Mineralien und Gold ausbeuten, aber auch Wasser und Wälder sind im Visier der Konzerne zur kommerziellen Trinkwasser- oder Energiegewinnung oder für die Papierproduktion. Auf der anderen Seite steht die lokale Bevölkerung: kleinbäuerliche, indigene und afrokolumbianische Gemeinschaften.

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Die Kleinproduzent*innen direkt unterstützen

Foto: Jochen Schüller

Magalí Hoyos arbeitet im Kaffee-Handel der „Zentralen Genossenschaft der Indigenen im Cauca“ (CENCOIC). Die CENCOIC will die Entwicklung der Wirtschaft der indigenen Gemeinschaften unterstützen und stärken, dabei spielen Kaffee-Anbau und -Verkauf eine zentrale Rolle.

Die CENCIOC ist Teil der Strukturen des CRIC, daher sind hier auch Mitarbeiter*innen aus allen indigenen Gruppen des Cauca beschäftigt. Die Finanz-Fachfrau bei der CENCOIC ist von der Gemeinschaft der Misak, eine andere Mitarbeiterin ist Nasa. Magalí ist Yanacona.

Ein Interview von Jochen Schüller / Januar 2019

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