„Mich schützt die Guardia Indígena“

Kurzinfo

Menschen aus den Indigenen Gemeinden und die Guardia Indígena kamen 2021 zur Unterstützung der Proteste nach Cali. Foto: Enrique Ramirez.

von Eliseth Libertad Peña Quistial / Dezember 2025

Auf die starken Proteste mehrheitlich junger und armer Menschen ab Mai 2021 reagierte die kolumbianische Regierung mit militärischer Repression. Zusätzlich griffen Zivilist*innen aus den reichen Stadtvierteln, die sich selbst als „anständige Menschen“ bezeichneten, die Demonstrationen mit Schusswaffen an. Die im →CRIC organisierten Gemeinden entschieden daher, die Protestierenden zu begleiten. Sie mobilisierten zu einer →Minga, in der 7.000 Indigene nach Cali zogen, dem Epizentrum der Proteste, unter ihnen mehrere hundert Mitglieder der →Guardia Indígena, dem unbewaffneten Selbstschutz der Gemeinden.

„Als Symbol für den Schutz des Lebens und des →Territorio ist die Guardia gekommen, um sich zwischen die Protestierenden und die staatlichen Sicherheitskräfte zu stellen“, erklärte Ferley Quintero, Mitglied des Obersten Rates des CRIC. „Sie vermitteln und sorgen dafür, dass das Recht der Bevölkerung auf Protest gewahrt bleibt und deren militärische Bekämpfung aufhört.“

Mehrmals verteidigten die muterprobten Guardias und ihre kollektive Stärke die Proteste gegen Angriffe. Dabei hatten sie selbst mehrere Verletzte zu beklagen. Anschließend brachten viele Menschen mit dem Satz „Mich schützt die Guardia Indígena“ auf Transparenten und in den Sozialen Medien ihre Erfahrung zum Ausdruck: Nicht Polizei oder Militär schützen ihre Sicherheit und ihre Rechte, sondern der zivile, indigene Schutzmechanismus. Während der Proteste und danach zeigten viele Kolumbianer*innen ihre Anerkennung für die Guardia, deren Hymne zu einem der symbolischen Lieder der Proteste wurde.


→ Begriffe mit einem Pfeil werden im Glossar erklärt.


Eliseth Libertad Peña Quistial ist →Nasa des →Cabildo Wejxia Kiwe Quintín Lame sowie Kommunikationswissenschaftlerin, Journalistin, Dokumentarfilmerin und Archivmitarbeiterin in der Stiftung Fundación Sol y Tierra.


Dieser Infotext ist Teil der Broschüre „Land, Kultur und Autonomie – Die indigene Bewegung des Cauca (Kolumbien), Band 2“, die im Dezember 2025 gemeinsam von Transgalaxia e.V. und der Zeitschrift ila veröffentlicht wurde. Sie kann beim Kaffeekollektiv Aroma Zapatista und bei der kollektiven Kaffeerösterei la gota negra bezogen werden.


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