Wir sind Träumer*innen

Der Aufbau einer selbstbestimmten, gemeindebasierten Wirtschaft

Ana Berta Finscue (links) und Carmensa Cuchillo (rechts) vom Gemeindeunternehmen Truchas Juan Tama im Selbstverwaltungsgebiet Tacueyó. Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista.

Neben der Rückgewinnung und Vergesell­schaftung von Land stärken die indigenen Gemeinden des →Departements Cauca seit vielen Jahren gemeindebasierte Wirtschaftsstrukturen. Nun hat der →CRIC beschlossen, in den kommenden 50 Jahren den Fokus seiner Anstrengungen auf die Stärkung einer selbstbestimmten Wirtschaft zu legen. Damit sollen Auswege für zwei zentrale Probleme der Gemeinden geschaffen werden: die stark benachteiligte Position innerhalb kolonial-kapitalistischer Strukturen und die Ausbreitung von Drogenwirtschaft und →bewaffneten Gruppen.

von Martin Mäusezahl und Eliseth Libertad Peña Quistial / Dezember 2025

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Kaffee oder Koka?

Selbstbestimmtes Wirtschaften als Alternative zur Drogen- und Gewaltökonomie

Beim Austausch mit den Kaffeebäuer*innen des indigenen Selbstverwaltungsgebietes von Chimborazo wird deutlich, dass die Preise für Kaffee unter den Produktionskosten liegen. – Foto: Eliseth Peña

Die indigene Bewegung des Cauca im Südwesten Kolumbiens hat viel erreicht (siehe Infobox unten). Aktuell werden einige der von der Bewegung erkämpften Selbstverwaltungsgebiete jedoch von einer tödlichen Kombination aus ökonomischer Marginalisierung, Drogenwirtschaft und bewaffneten Gruppierungen bedroht. Vom Staat im Stich gelassen, arbeiten die Gemeinden an selbstbestimmten Alternativen.

Eliseth Peña, Martin Mäusezahl / Juni 2020

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»Wir warten nicht auf unsere Ehemänner«

Kaffeeanbau und Emanzipation im Cauca/Kolumbien

Die Kaffeebäuerin Aurora Campo ist Teil der Kooperative CENCOIC. Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

Die Situation der Frauen innerhalb der indigenen Bewegung der Provinz Cauca im Südwesten Kolumbiens ist im Umbruch: Es fehlt noch einiges zu wirklicher Gleichberechtigung. Gleichzeitig haben die Frauen befreiende Prozesse in Gang gesetzt. Das zeigt sich auch in der CENCOIC, der zentralen Kaffeekooperative der Bewegung.

von Martin Mäusezahl / Januar 2020

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Fluch des Reichtums

Zuckerrohr-Fabrik im Cauca – Foto: Jochen Schüller

von Jochen Schüller / Januar 2019

Das Land im Cauca ist nicht nur fruchtbar, sondern auch reich an Bodenschätzen. Daher drehen sich die meisten Konflikte in der Region um Land und Rohstoffe. Großgrundbesitz und Agro-Industrie haben sich die fruchtbaren Ebenen des Cauca-Tals angeeignet. Nationale und internationale Rohstoffkonzerne wollen Mineralien und Gold ausbeuten, aber auch Wasser und Wälder sind im Visier der Konzerne zur kommerziellen Trinkwasser- oder Energiegewinnung oder für die Papierproduktion. Auf der anderen Seite steht die lokale Bevölkerung: kleinbäuerliche, indigene und afrokolumbianische Gemeinschaften.

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Die Kleinproduzent*innen direkt unterstützen

Foto: Jochen Schüller

Magalí Hoyos arbeitet im Kaffee-Handel der „Zentralen Genossenschaft der Indigenen im Cauca“ (CENCOIC). Die CENCOIC will die Entwicklung der Wirtschaft der indigenen Gemeinschaften unterstützen und stärken, dabei spielen Kaffee-Anbau und -Verkauf eine zentrale Rolle.

Die CENCIOC ist Teil der Strukturen des CRIC, daher sind hier auch Mitarbeiter*innen aus allen indigenen Gruppen des Cauca beschäftigt. Die Finanz-Fachfrau bei der CENCOIC ist von der Gemeinschaft der Misak, eine andere Mitarbeiterin ist Nasa. Magalí ist Yanacona.

Ein Interview von Jochen Schüller / Januar 2019

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Cambio de Mano – gegenseitige Hilfe

Foto: Jochen Schüller

von Jochen Schüller / Januar 2019

Um zu den Kaffeebäuerinnen und -bauern zu gelangen, welche die CENCOIC mit Kaffee beliefern, muss ich eine mehrstündige Autofahrt von Popayán in den Norden des Cauca unternehmen. CENCOIC-Mitarbeiterin Magalí Hoyos und Agrartechniker Víctor Sabogal begleiten mich in den Norden des Cauca. Die Fahrt von Popayán, der Hauptstadt des Departements, über die Panamericana ist kurz vor der Stadt Santander de Quilichao zu Ende. Über Nebenstraßen geht es weiter nach Osten in die Berge der mittleren Anden-Kordillere. Irgendwann wäre es ohne Allradantrieb nicht mehr weiter gegangen. Der Regen hat die unbefestigte Straße in eine Schlammpiste verwandelt. Das Strukturproblem der Region wird einem hier plastisch vor Augen geführt. Die Wege sind weit, die Ortschaften schwer zugänglich. Wie sollen die Kleinbauern und -bäuerinnen von dort oben ihre Waren zu den Märkten ins Tal bringen?

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Kaffee statt Koka

Foto: Jochen Schüller

Víctor Sabogal ist Agraringenieur bei der CENCOIC und berät die Kaffeeproduzent*innen zu landwirtschaftlichen Fragen sowie in technischen und organisatorischen Dingen des Kaffeeanbaus.

Ein Interview von Jochen Schüller / Januar 2019

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Solidarischer Handel(n)

Foto: Kaffeekollektiv Aroma Zapatista

Das Kaffeekollektiv Aroma Zapatista handelt seit mehreren Jahren mit Kaffee der aufständischen Zapatist*innen aus Chiapas (Mexiko) und verkauft seit Dezember 2015 auch Kaffee der indigenen Bewegung aus dem Cauca (Kolumbien). Aroma Zapatista will mit dem solidarischen Kaffeehandel mehr erreichen, als nur faire Preise an die indigenen Kleinbäuer*innen zu zahlen.

Jochen Schüller sprach mit Kerstin Trubert, einem von sechs Mitgliedern des Kollektivs. 2017 und 2018 war Kerstin Trubert im Cauca.

Januar 2019

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Befreier*innen der Mutter Erde

Bei einer Befreiung der Mutter Erde wehren sich Indigene gegen die Repression durch einen Polizeihubschrauber, Corinto, 2015. Foto: Jonas Wresch.

Landbesetzungen sind eine Art des Widerstands der ländlichen Bevölkerung gegen Großgrundbesitz und Agrar-Multis. Die Nasa im Norden des Cauca nennen das „Befreiung der Mutter Erde“ und die Aktivist*innen Liberadores/as, also Befreier*innen.

Ein Interview von Luis Ortiz und Jochen Schüller mit einer Liberadora / Januar 2019

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